Abensberg ist ein kleiner Ort in Bayern, den viele vermutlich gar nicht auf dem Schirm haben. Wenn man den Ort kennt, dann wahrscheinlich wegen der Brauerei Kuchlbauer und dem bekannten Kuchlbauer Turm, der für seine besondere Architektur im Stil von Hundertwasser bekannt ist. Vor allem der Kuchlbauer Turm ist wirklich etwas Besonderes und macht Abensberg auch für alle interessant, die sich für außergewöhnliche Architektur begeistern.
Gleichzeitig kann ich Abensberg aber auch jedem empfehlen, der Lust auf einen Brauereibesuch hat oder sich generell für Bierkultur interessiert. Besonders spannend ist außerdem die Lage direkt an der Hallertau: einem der größten Hopfenanbaugebiete der Welt. Dadurch lässt sich ein Besuch in Abensberg perfekt mit weiteren Ausflügen rund um das Thema Bier und Hopfen verbinden.


Wo liegt Abensberg?
Abensberg liegt in Niederbayern im Landkreis Kelheim zwischen München, Landshut, Ingolstadt und Regensburg. Nach München sind es etwa 1,25 Stunden mit dem Auto und nach Regensburg etwa eine halbe Stunde.
Der Ort gilt als das nördliche Tor zur Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Denn direkt südlich von Abensberg beginnt die Deutsche Hopfenstraße – eine wichtige Verkehrsader, die durch das Hopfenland Hallertau bis nach Freising führt. Wenn du also einen Besuch in Abensberg planst, solltest du dir unbedingt auch die Zeit nehmen, die Hallertau zu erkunden und die beeindruckenden Hopfenfelder zu bestaunen. Der Hopfen ist eine schnell wachsende Kletterpflanze, die bis zu 10 Meter hoch werden kann. Besonders schön ist es im Spätsommer oder Herbst, wenn die Pflanzen ausgewachsen sind und die Hopfenernte bevorsteht.
Besichtigung der Brauerei zum Kuchlbauer in Abensberg
Das Herzstück von Abensberg und der Hauptgrund, weshalb viele Touristen den Ort besuchen, ist die Weißbierbrauerei Kuchlbauer. Besonders die außergewöhnliche Architektur im Stil von Friedensreich Hundertwasser macht die Brauerei zu einem echten Highlight. Seine bunten Formen, verspielten Details und ungeraden Linien ziehen sich durch viele Bereiche der Brauerei. Vor allem der berühmte Kuchlbauer Turm ist heute eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Abensberg.
In der Brauerei kannst du an einer etwa 60-minütigen Führung teilnehmen. Anschließend hat man noch Zeit, den Kuchlbauer Turm auf eigene Faust zu besichtigen. Schon während des Rundgangs entdeckt man überall kunstvolle Elemente im Stil von Hundertwasser. Selbst Wegweiser, Fassaden und kleine Gestaltungselemente greifen seine kreative Handschrift auf und machen die Brauerei zu weit mehr als nur einer klassischen Bierbrauerei.
Besonders spannend ist außerdem die lange Geschichte der Brauerei. Der „Kuchlbauer“ besitzt nämlich eines der ältesten Braurechte der Welt. Bereits um 1300 erhielt das Stammhaus der Brauerei in Abensberg die Braugerechtsame. Seit 1903 befindet sich die Brauerei im Besitz der Familie Salleck und wird bis heute als Familienbrauerei geführt.
Bekannt ist Kuchlbauer vor allem für sein Weißbier, auch Weizenbier genannt. Es wird hauptsächlich aus Weizenmalz gebraut und ist besonders in Bayern sehr beliebt. Typisch für Weißbier sind die fruchtigen Aromen, die oft leicht nach Banane und Nelke schmecken, sowie die naturtrübe goldene Farbe.
➤ Mehr Informationen findest du auf der Webseite der Brauerei zum Kuchlbauer.





Abensberg Sehenswürdigkeiten: Der Kuchlbauer Turm nach Entwürfen von Hundertwasser
Der beeindruckende Kuchlbauer Turm basiert auf ersten Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser und zieht mit seiner außergewöhnlichen Architektur jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Die Idee für den Turm entstand, nachdem der damalige Brauereichef bei Hundertwasser anfragte. Nach längerem Zögern fertigte der Künstler schließlich einen Entwurf an, konnte das Projekt zu Lebzeiten jedoch nicht mehr vollenden. Nach seinem Tod diente genau dieser Entwurf als Inspiration für den Turm, wie man ihn heute in Abensberg bestaunen kann. Der Grundstein wurde 2007 gelegt, eröffnet wurde der Kuchlbauer Turm schließlich im Jahr 2010.
Im Keller des Turmes befindet sich eine Sammlung von rund 4.200 Weißbiergläsern, die alphabetisch nach Brauereien sortiert sind. Anschließend geht es hinauf in den Turm. Der Eintritt ist nur im Rahmen einer Brauereiführung möglich. Der Turm ist sowohl innen als auch außen eine Hommage an das bayerische Bier. Besonders spannend sind die Stockwerke, die den verschiedenen Zutaten des Bieres gemäß dem Reinheitsgebot gewidmet sind.
Aber Achtung: Die oberen Stockwerke sind nichts für Menschen mit Höhenangst, denn dort führt eine außenliegende Treppe in die zwei obersten Etagen.
Nach der Besichtigung kann man im Biergarten den Gutschein für ein Bier einlösen. Bei schlechtem Wetter gibt es dort auch einen überdachten Bereich, das sogenannte Erdhügelhaus. Wer möchte, kann im Biergarten außerdem etwas essen. Für alle, die kein Bier trinken möchten, gibt es die „Süße Liebe“, einen naturtrüben Radler mit Zitrone, den ich persönlich sehr empfehlen kann.



KunstHausAbensberg: Ausstellung über Hundertwasser
Wer sich für die Kunstwerke und die Architektur von Hundertwasser interessiert, sollte das KunstHaus Abensberg besuchen. Hier lohnt es sich, ein Kombiticket zusammen mit der Brauereibesichtigung zu buchen. Im Museum lernt man vieles über das Leben von Friedensreich Hundertwasser, der 1928 in Wien geboren wurde. Neben seinen Werken sieht man auch einige spannende Bauprojekte, die er zu Lebzeiten entworfen hat. Darunter befindet sich auch ein Modell eines Hotels auf Teneriffa, das jedoch nie realisiert wurde.
Weitere besondere Bauwerke von Hundertwasser sind etwa das Hundertwasserhaus und die Müllverbrennungsanlage Spittelau in Wien sowie die Therme Blumau. Aber auch in Deutschland gibt es einige eher versteckte Bauwerke von ihm, die vermutlich die wenigsten kennen. Darunter die Waldspirale in Darmstadt sowie das Hundertwasserhaus in Plochingen bei Stuttgart.



Übernachten in Abensberg: Brauereigasthof zum Kuchlbauer
Der Brauereigasthof „Zum Kuchlbauer“* in Abensberg ist das Mutterhaus der Weißbierbrauerei Kuchlbauer. Nach längerem Leerstand wurde das historische Gebäude 2020 wiedereröffnet und beherbergt seitdem ein Restaurant sowie ein stilvolles Hotel.
Die Zimmer verbinden auf schöne Weise historischen Charme mit moderner Einrichtung. Insgesamt verfügt das Haus über 19 individuell und liebevoll gestaltete Zimmer. Überall spürt man die Liebe zum Detail und die herzliche Gastfreundschaft der Gastgeber.
Von unserem Zimmer aus hatten wir einen direkten Blick auf den Stadtplatz, inklusive der Kuchlbar direkt gegenüber. Ein besonderes Highlight war das Frühstück, das bei jeder Übernachtung inklusive ist und mit viel Auswahl und hoher Qualität überzeugt. Ich habe mich besonders über den frisch servierten Kaffee, frische Erdbeeren und echtes Nutella gefreut, aber auch Lachs und viele weitere Kleinigkeiten waren dabei, sodass wirklich für jeden etwas dabei ist.
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Auch zum Mittag- oder Abendessen lohnt sich ein Besuch im Brauereigasthof. Der Besitzer selbst, Thomas Daxl, steht in der Küche. Bei allen Speisen hatten wir das Gefühl, dass viel Liebe drinsteckt und großer Wert darauf gelegt wird, möglichst viel frisch und selbst zu machen. Angefangen bei den Croutons für den Salat bis hin zu den Röstzwiebeln.
Besonders empfehlen können wir das Schnitzel „Wiener Art“, die Käsespätzle und den Schweinebraten. Für Hotelgäste ist zwar meist auch spontan ein Tisch frei, ich würde jedoch empfehlen, direkt bei der Hotelbuchung einen Tisch reservieren zu lassen, da das Restaurant gut besucht ist.


Urlaub in Bayern: Weitere Tipps für Abensberg und Umgebung
- Wer Lust auf eine süße Pause in Abensberg hat, sollte unbedingt bei Eis La Dolce Vita vorbeischauen. Die Eisdiele wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und zählte 2025 sogar zu den besten Eisdielen in Bayern. Das Eis wird in einer eigenen Manufaktur hergestellt und es gibt sowohl klassische als auch außergewöhnliche Sorten. Mein persönlicher Favorit: Giotto.
- Ein schönes Ausflugsziel in der Region ist die Hopfenrunde ab Bad Gögging. Der Rundweg führt dich mitten durch die scheinbar endlosen Hopfenfelder der Hallertau und bietet spannende Einblicke in den regionalen Hopfenanbau.
- Ein schönes Highlight ist außerdem die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche Allersdorf. Besonders auffällig sind die vielen goldenen Verzierungen, die sie zu einem schönen Fotomotiv machen. Die Kirche selbst kann jedoch nicht betreten werden und lässt sich nur durch ein Eisengitter fotografieren.
- Sehr empfehlenswert ist zudem das Kloster Weltenburg, das als Heimat der ältesten Klosterbrauerei der Welt gilt. Direkt am Donaudurchbruch gelegen, wo sich die Donau spektakulär durch die Felsenlandschaft der Weltenburger Enge schlängelt, ist es ein besonders schönes Ausflugsziel
- Ebenfalls beeindruckend ist die Befreiungshalle bei Kelheim. Das monumentale Bauwerk erinnert an die Befreiungskriege gegen Napoleon und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region. Neben der historischen Bedeutung überzeugen vor allem die eindrucksvolle Architektur und der weite Blick über das Altmühltal.





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