Lyon liegt im Osten Frankreichs, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, und fristet touristisch oft ein Schattendasein neben Paris. Dabei lohnt sich ein Besuch sehr. Wer die Stadt kennt, fragt sich schnell, warum sie oftmals noch so unterschätzt wird.
Frankreichs drittgrößte Stadt hat vieles von dem, was Paris ausmacht: prunkvolle Plätze, elegante Boulevards, eine lebendige Gastronomieszene und eine Altstadt, die zum Schlendern einlädt. Gleichzeitig ist Lyon deutlich entspannter: weniger überlaufen, persönlicher und spürbar günstiger. Einheimische schätzen genau das: die kompakte Größe der Stadt, die es erlaubt, vieles zu Fuß zu erkunden, und ein Preisniveau, das angenehm vom Pariser Standard abweicht.
Bekannt ist Lyon vor allem als Gastronomiehauptstadt. Die Dichte an guten Restaurants ist bemerkenswert, und das Thema Essen nimmt im Alltag der Stadt einen ganz anderen Stellenwert ein als anderswo. Doch Lyon hat weit mehr zu bieten als gutes Essen. Wer durch die Stadt streift, entdeckt beeindruckende Lyon Sehenswürdigkeiten: von der Kathedrale Saint-Jean-Baptiste über die versteckten Traboules bis zur Basilika Notre-Dame de Fourvière hoch oben auf dem Hügel.
Praktisch ist auch die Lage: Mit dem TGV ist man in rund zwei Stunden sowohl in Paris als auch an der Mittelmeerküste. Lyon eignet sich damit gut als eigenständiges Reiseziel, aber auch als Zwischenstopp auf einer längeren Reise durch Frankreich.



Allgemeine Reisetipps und wichtige Informationen über Lyon
Lyon ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt Frankreichs und liegt im Südosten des Landes, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Eingebettet zwischen den Flüssen Rhône und Saône, die hier zusammenfließen, befindet sich die Stadt rund 470 Kilometer südöstlich von Paris. Wer die Stadt einmal besucht hat, versteht schnell, warum sie unter Kennern als kulinarische Hauptstadt Europas gilt. Das liegt an der unglaublichen Dichte an guten Restaurants und einer Esskultur, die hier einfach zum Alltag gehört.
- Über die ganze Stadt verteilt findet man sogenannte Bouchons: kleine, traditionelle Restaurants, die für ihre herzhafte und regionale Küche bekannt sind. Das Besondere daran ist, dass hier oftmals das ganze Tier verwertet wird. Auf der Karte stehen daher Gerichte, die man in Deutschland eher selten findet. Lass dich davon aber nicht abschrecken, es gibt meist auch andere Gerichte auf der Karte.
- Wer lieber Pizza möchte, sollte unbedingt in die Pizzeria Peppe Lyon. Ich hatte die Pizza „Champion du Monde“ mit gelber Tomatensoße, Parmaschinken, gerösteten Mandeln und Feigenmarmelade, die bei der Pizza-Weltmeisterschaft in Italien bereits Auszeichnungen gewonnen hat. Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, vorab einen Tisch zu reservieren. Bei uns wurden nämlich nur Gäste mit Reservierung ins Restaurant gelassen. Wir hatten Glück und konnten noch spontan für den gleichen Abend einen Tisch buchen.
- Eine süße Spezialität, die man in Lyon unbedingt probiert haben sollte, ist Brioche aux pralines: ein Briochegebäck mit leuchtend pinken, karamellisierten Mandeln – den sogenannten „pralines roses“. Man findet sie in fast jeder Bäckerei der Stadt.
- Lyon ist für eine Großstadt angenehm überschaubar. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich gut zu Fuß erreichen. Wenn man doch mal die öffentlichen Verkehrsmittel braucht, ist das unkompliziert: Busse und Metro können direkt per Kreditkarte bezahlt werden, einfach ans Lesegerät halten. Eine Einzelfahrt kostet 2,10 €, mehr als 6,90 € pro Tag werden nicht abgebucht.
Wer noch auf der Suche nach einem Hotel ist: Das Hôtel de l’Abbaye Lyon* ist ein schönes Boutiquehotel im Stadtteil Presqu’île. Damit hat man eine ideale Ausgangslage für einen Städtetrip, da die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichbar sind.


Anreise nach Lyon mit dem TGV
Für die Anreise nach Lyon bietet sich der TGV (Train à Grande Vitesse) besonders an. Der französische Hochgeschwindigkeitszug fährt auf eigenen Schnellfahrstrecken und ist dadurch nicht nur sehr schnell, sondern auch zuverlässig und pünktlich. Wir sind ganz entspannt direkt von Mannheim nach Lyon gefahren – in nur etwa 5 Stunden und ohne Umsteigen. Die Züge sind komfortabel, bieten viel Platz und machen die Reise deutlich angenehmer als mit dem Auto oder dem Flugzeug. Bei jeder Buchung ist zudem automatisch eine Sitzplatzreservierung im Ticket enthalten.
Auch aus anderen Städten Deutschlands ist Lyon hervorragend angebunden: Von Köln reist du etwa bequem über Paris und steigst dort in den TGV um, der dich in nur rund 2 Stunden weiter nach Lyon bringt.


Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Lyon
Kathedrale von Lyon
Die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste ist das Herzstück von Vieux Lyon – dem historischen Altstadtviertel, das sich zwischen dem Fluss Saône und dem Fourvière-Hügel erstreckt. Gebaut wurde sie über einen Zeitraum von fast 300 Jahren, vom 12. bis ins 15. Jahrhundert. Die Fassade ist reich verziert, unter anderem mit Reliefs und Figuren, die Szenen aus der Schöpfungsgeschichte sowie biblische und mythologische Motive zeigen. Rund um die Türen sind zudem kleine Figuren, deren Köpfe jedoch im Laufe der Zeit abgeschlagen wurden. Je höher man schaut, desto vollständiger sind die Skulpturen erhalten.
Die Kathedrale war auch Schauplatz einiger bedeutender Ereignisse: Papst Johannes XXII. wurde hier gekrönt, und 2018 fand hier die Totenmesse für Paul Bocuse statt – den wohl bekanntesten Koch Lyons, dessen Restaurant jahrzehntelang das einzige in der Stadt mit drei Michelin-Sternen war. Der Eintritt ist kostenlos.


Les Traboules
Eines der faszinierendsten Dinge an Lyon sind die Traboules. Das sind versteckte Durchgänge, die durch Gebäude, Innenhöfe und Treppenhäuser führen und dabei ganze Straßenzüge miteinander verbinden. Der Name kommt vom lateinischen trans ambulare, was so viel bedeutet wie „durchwandern“. Ursprünglich wurden diese Wege als praktische Durchgänge angelegt, um schneller zum Fluss Saône zu gelangen. Später nutzten vor allem die Seidenweber die sogenannten Traboules, um ihre Waren wettergeschützt zu transportieren. Heute sind sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes der Stadt. Besonders verbreitet sind sie im Vieux Lyon und im Viertel Croix-Rousse, wobei der bekannteste der Cour des Voraces ist.
Ich habe selbst an zwei Free Walking Tours mit einem Einheimischen teilgenommen – einmal durch Vieux Lyon und einmal durch das Viertel Croix-Rousse. Beide kann ich wärmstens empfehlen. Er zeigt Hinterhöfe und Durchgänge, die man auf eigene Faust wohl kaum finden würde. Wer es lieber selbst erkunden möchte, findet beispielsweise in der Nähe der Kathedrale in Richtung Musée Cinéma et Miniature den Eingang zur „La Longue Traboule“, erkennbar an einer grünen Tür mit Hinweisschild nebendran. Die Tür kannst du einfach öffnen und durchgehen.


Notre-Dame de Fourvière
Auf dem Fourvière-Hügel, der oftmals auch „der betende Berg“ genannt wird, steht die Basilika Notre-Dame de Fourvière. Der Hügel hat übrigens eine lange Geschichte: Sein Name leitet sich vom lateinischen forum vetus ab – dem alten römischen Forum, das sich hier einst befand. Die Basilika selbst ist deutlich jünger als die Kathedrale unten in der Stadt; sie wurde 1872 errichtet und 1896 geweiht.
Im Inneren gibt es schöne Mosaike zu sehen, und links und rechts neben der Kirche befinden sich zwei Aussichtsterrassen mit einem tollen Blick über Lyon. Bei klarem Wetter sieht man sogar bis zu den Alpen – manchmal sogar bis zum Mont Blanc, dem höchsten Berg Frankreichs. Am besten fährt man mit der Standseilbahn hinauf, die nur ein paar Minuten von der Kathedrale entfernt startet. Die Fahrt kostet 2,10 € und zahlen kannst du per Kreditkarte. Der Eintritt in die Basilika ist kostenlos.



Théâtre Gallo-Romain
Nur ein paar Gehminuten von der Basilika entfernt stößt man auf zwei antike, römische Theater. Neben dem großen Grand Théâtre befindet sich das kleinere Odéon. Beide lassen sich kostenlos besichtigen.
Direkt nebenan liegt das archäologische Museum Lugdunum, das sich mit der römischen Geschichte der Stadt beschäftigt. Dort sind originale Fundstücke ausgestellt – darunter Statuen, Schmuck und Alltagsgegenstände, die in Lyon und der Umgebung entdeckt wurden.

Place des Terreaux
Der Place des Terreaux ist einer der schönsten und belebtesten Plätze der Stadt. Er liegt mitten im Stadtteil Presqu’île – auf Deutsch heißt das so viel wie „fast eine Insel“. Der Name kommt nicht von ungefähr: Der Stadtteil liegt zwischen Saône und Rhône und wirkt tatsächlich wie eine Halbinsel. Rund um den Platz reihen sich Cafés und Restaurants, und gleich mehrere Sehenswürdigkeiten.
Das Musée des Beaux-Arts ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen Frankreichs außerhalb von Paris. Es ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht und zeigt eine beeindruckende Sammlung mit Werken von Rubens, Rembrandt, Renoir, Chagall, Matisse und Picasso. Der Innenhof kann übrigens kostenlos betreten werden. Schon dieser allein ist einen kurzen Abstecher wert.
Das Hôtel de Ville – also das Rathaus – beeindruckt mit einer prunkvollen Fassade im Barockstil.
Und dann steht auf dem Place des Terreaux außerdem noch der Bartholdi-Brunnen, welcher von Frédéric-Auguste Bartholdi entworfen wurde. Den Namen kennt man vielleicht nicht sofort – aber sein bekanntestes Werk schon: Er hat auch die Freiheitsstatue in New York entworfen.



Rue de la Republique
Die Rue de la République ist die Haupteinkaufsstraße Lyons und erstreckt sich durch den Stadtteil Presqu’île vom Place des Terreaux über den Place de la République bis hin zum Place Bellecour. Alles Plätze, die man bei einem Besuch ohnehin auf dem Zettel haben sollte. Die Straße selbst ist gesäumt von vielen verschiedenen Geschäften. In den Seitenstraßen findet man zudem Boutiquen bekannter Luxusmarken und Designer. Dieses Viertel ist deutlich moderner und neuer als etwa Vieux Lyon oder Croix-Rousse, und manche Straßen und Gebäude erinnern hier stark an Paris.


Fresque des Lyonnais
Wer durch Lyon spaziert, stößt immer wieder auf bemalte Hausfassaden. Eines der bekanntesten ist die Fresque des Lyonnais (dt. „Bürger von Lyon“) aus dem Jahr 1995. Das Wandbild zeigt bekannte Persönlichkeiten, die aus Lyon stammen oder mit der Stadt verbunden sind. Darunter Antoine de Saint-Exupéry mit dem Kleinen Prinzen, Starkoch Paul Bocuse und der französische Fußballspieler Bernard Lacombe.


Opéra de Lyon
Das Opéra de Lyon liegt direkt hinter dem Rathaus und fällt sofort ins Auge. Die neoklassizistische Fassade ist das Einzige, was bei der umfassenden Renovierung zwischen 1989 und 1993 erhalten blieb. Alles dahinter wurde komplett modernisiert. Obendrauf setzte Architekt Jean Nouvel einen modernen Glaszylinder, der nachts rot beleuchtet wird und daher auch von weitem sichtbar ist.


Hôtel-Dieu de Lyon
Das Hôtel-Dieu ist eines der markantesten Gebäude am Ufer der Rhône. Was heute ein moderner Gebäudekomplex ist, war bis 2010 eines der ältesten Krankenhäuser Lyons – gegründet im Mittelalter und über Jahrhunderte als Spital genutzt.
Besonders auffällig ist die große Kuppel, die man am besten vom anderen Rhône-Ufer betrachten kann. Zum Komplex gehören fünf Innenhöfe mit verschiedenen Restaurants und Geschäften sowie die barocke Chapelle de l’Hôtel-Dieu. Außerdem beherbergt das Gebäude das Fünf-Sterne-Hotel Intercontinental Lyon mit 144 Zimmern und Suiten.



La Croix-Rousse
La Croix-Rousse ist das ehemalige Arbeiterviertel von Lyon und hat einen ganz anderen Charakter als die elegante Presqu’île unten am Fluss. Hier waren früher viele Seidenweber ansässig. Dieser Geschichte begegnet man auf Schritt und Tritt. Sei es durch die Traboules, die einst als Transportwege für die Seide dienten, oder durch das Mur des Canuts (dt. „Wand der Seidenweber“), eines der bekanntesten Wandbilder der Stadt. Das Besondere: Auf den ersten Blick erkennt man gar nicht, dass es sich um eine Wandmalerei handelt. So täuschend echt ist die Darstellung einer ganzen Häuserzeile.
Das Viertel liegt auf einem Hügel, direkt hinter dem Place des Terreaux. Wer zu Fuß geht, hat die Wahl zwischen verschiedenen Treppen und Aufgängen. Besonders schön ist der Weg über die Montée de la Grande Côte. Eine lange Treppengasse, die sich den Hügel hinaufzieht und dabei an kleinen Läden, Cafés und Ateliers vorbeiführt. Wer lieber fährt: Die Metro-Linie C startet am Hôtel de Ville und fährt unterirdisch den Hügel hinauf. Am besten bis zur Station Hénon fahren – von dort ist es ein kurzer Fußweg zur Mur des Canuts.
Wer sich für Geschichte interessiert, sollte außerdem einen Blick auf das Amphithéâtre des Trois Gaules werfen. Ein antikes Amphitheater aus römischer Zeit, das sich ebenfalls im Viertel befindet.



Halles de Paul Bocuse
Die Halles de Lyon sind Pflichtprogramm für alle, die gutes Essen zu schätzen wissen. Die Markthalle im Stadtteil Part-Dieu, unweit des Hauptbahnhofs, trägt den Namen von Paul Bocuse – dem bekanntesten Koch Frankreichs und einer der prägendsten Figuren der modernen französischen Küche. Auf rund 13 000 m² über drei Etagen verteilen sich etwa 56 Händler, die alles anbieten, was die Region zu bieten hat: Käse, Charcuterie, frischer Fisch, Süßwaren, Wein und vieles mehr.
Auch wer nichts kaufen möchte, kann hier einfach schlendern und sich von dem Angebot treiben lassen. Direkt vor der Halle ist Bocuse übrigens als Street-Art verewigt.


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