Schottland zieht mich immer wieder an. Neben einem Städtetrip nach Glasgow und Edinburgh sowie einem Roadtrip zum Cairngorms Nationalpark und in die Whiskyregion Speyside stand diesmal eine andere Region auf unserer Liste. Für ein verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag planten wir einen Roadtrip durch die schottischen Highlands. Wir waren Anfang März unterwegs und hatten wirklich Glück mit dem Wetter: viel Sonnenschein und nur ein kurzer Regenschauer am Tag der Anreise.
Der Anlass für unsere Reise: Die Glenmorangie Distillery legte gerade eine Betriebspause ein und bot in dieser Zeit umfangreichere Touren an – eine Gelegenheit, die mein Freund als großer Whiskyliebhaber nicht verpassen wollte. Gleichzeitig bieten die Direktflüge von Eurowings ab dem Flughafen Stuttgart nach Edinburgh eine gute Möglichkeit für einen Kurztrip.
Mein Freund war auf der Suche nach den besten Whisky-Destillerien und ich nach atemberaubenden Landschaften. Herausgekommen ist eine Route, die beides verbindet: beeindruckende Natur, charmante Orte und einige der spannendsten Whisky-Destillerien der Region.
In diesem Beitrag teile ich unsere 4-tägige Roadtrip Rundreise ab Edinburgh durch die schottischen Highlands – für alle, die Natur und Whisky miteinander verbinden möchten.
Schottland Roadtrip: die Route im Überblick
Hier eine kurze Übersicht unserer Route, die sich gut für eine viertägige Rundreise durch Schottland ab Edinburgh, aber auch ab Glasgow, eignet.
Tag 1: Mietwagen abholen, Besuch der Tullibardine Distillery, Weiterfahrt nach Inverness
Tag 2: Von Inverness zur Glenmorangie Distillery, nach Tain und zur Glen Ord Distillery, abends wieder Inverness
Tag 3: Loch Ness, Fort Augustus, Glenfinnan Viaduct und Fort William
Tag 4: Glencoe, Loch Lomond, abends Rückflug

Tag 1: Ankunft, Tullibardine Distillery & Inverness
Unser Schottland Roadtrip begann gegen 13:00 Uhr mit der Landung am Edinburgh Airport. Nachdem wir unseren Mietwagen abgeholt hatten, starteten wir direkt in Richtung Inverness.
Als ersten Stopp legten wir einen Besuch bei der Tullibardine Distillery ein. Die Destillerie liegt praktisch direkt auf dem Weg von Edinburgh nach Inverness und eignet sich daher hervorragend als Zwischenstopp. Wir entschieden uns für die Classic Tour inklusive Verkostung, die etwa 45 Minuten dauert. Während der Führung erfährt man mehr über die Geschichte der Destillerie sowie über die einzelnen Schritte der Whiskyproduktion – von der Herstellung des New Make Spirit bis zur Lagerung in den Fässern.
➤ Touren können direkt auf der Website der Tullibardine Distillery gebucht werden.



Nach der Führung setzten wir unsere Fahrt in Richtung Inverness fort. Für die ersten beiden Nächte übernachteten wir im Holiday Inn Express Inverness*. Das Hotel liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, ist für einen Roadtrip durch die Highlands aber praktisch gelegen. Die Zimmer sind einfach, aber komfortabel, und das Frühstück ist für alle Gäste im Preis inbegriffen.
In Gehweite befindet sich der Inverness Shopping Park mit mehreren Restaurants und Geschäften. Wir haben dort im Frankie & Benny’s zu Abend gegessen. Wer noch Snacks oder Getränke für den nächsten Reisetag braucht, findet dort auch einen Tesco und direkt daneben eine Tankstelle, praktisch zum Volltanken nach der langen Fahrt.


Tag 2: Glenmorangie, Tain & Glen Ord
Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Glenmorangie Distillery. Die Fahrt von Inverness dauert etwa 45 Minuten und führt ein Stück entlang der NC500, einer Küstenroute im Norden Schottlands mit herrlichen Ausblicken auf das Meer.
Glenmorangie Distillery befand sich gerade in einer Renovierungspause und produzierte gerade keinen neuen Whisky. Dadurch erhielten wir einen tieferen Einblick in die Produktion, als es normalerweise üblich ist. Wir konnten nicht nur die Mühle zum Mahlen des Getreides sehen, sondern während der Tour auch einem Whisky-Destillateur alle möglichen Fragen stellen. Besonders beeindruckend ist, wie wenig Personal nötig ist, um eine so große Destillerie zu betreiben. Die Atmosphäre bei Glenmorangie ist familiär: Viele Mitarbeiter kommen aus der Umgebung und kennen sich schon seit Jahren.
➤ Hier findest du eine Übersicht aller Führungen durch die Glenmorangie Distillery.
Glenmorangie wird häufig mit einer Giraffe in Verbindung gebracht. Eine Anspielung auf die charakteristisch hohen Brennblasen der Destillerie. Der Name selbst bedeutet übersetzt „Valley of Tranquility“ bzw. auf Deutsch so viel wie „Tal der Ruhe“.
Zum Mittagessen hielten wir im nahegelegenen Dorf Tain. Da wir nur wenig Zeit hatten, entschieden wir uns für einen Meal Deal bei Tesco – ein Klassiker für uns auf jedem schottischen Roadtrip. Vom Supermarkt aus ist das Zentrum rund um die Queen Street bequem zu Fuß erreichbar.


Unser nächster Stopp war die Glen Ord Distillery. Interessant zu wissen: Glen Ord produziert hauptsächlich für den asiatischen Markt, wo die Marke unter dem Namen „The Singleton of Glen Ord“ bekannt ist. Für den europäischen Markt wird in Speyside produziert. Die Destillerie besitzt außerdem ein eigenes Mälzereigebäude, was heutzutage selten ist, da Malz häufig zugekauft wird. Das Besucherzentrum ist modern und umfasst einen Shop sowie eine Bar. Wir nutzten die Gelegenheit für einen Kaffee, bevor unsere Tour begann. Besonders beeindruckend waren die riesigen Washbacks, in denen der New-Make-Spirit fermentiert wird.
➤ Führung durch die Glen Ord Distillery buchen.*
Am Abend fuhren wir zurück in unser Hotel bei Inverness* und nutzten von dort aus den Bus in Richtung Stadtzentrum. Nach einem Spaziergang und Abendessen kann ich allen Whiskyliebhabern The Malt Room wärmstens empfehlen: eine gemütliche, moderne Bar mit einer beeindruckenden Auswahl an Whiskys.




Tag 3: Loch Ness, Glenfinnan Viaduct & Fort William
Am nächsten Tag fuhren wir von Inverness in Richtung Loch Ness. Unsere Route führte entlang des westlichen Ufers, vorbei am imposanten Urquhart Castle, bis wir in Fort Augustus ankamen. Dort parkten wir am Free Parking Fort Augustus; wer es zentraler mag, kann den kostenpflichtigen Pay-and-Display-Parkplatz nutzen.
In Fort Augustus lohnt sich ein Spaziergang zum Loch Ness View Point mit schönem Blick über den See. Auch die Canal Side ist sehenswert, mit einigen Restaurants und Cafés. Für alle, die Lust auf eine Bootstour haben: Von hier aus starten mehrere Anbieter, um dem berühmten Loch-Ness-Monster auf die Spur zu kommen, etwa über Cruise Loch Ness.



Von Fort Augustus ging es weiter Richtung Fort William. Spontan hielten wir am Commando Memorial, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf den Ben Nevis hat – Anfang März waren die Gipfel mit Schnee bedeckt. Mit 1.345 Metern ist der Ben Nevis der höchste Berg Schottlands – und sogar der höchste in ganz Großbritannien. Wer möchte, kann unterwegs auch bei der Ben Nevis Distillery halten, die allerdings nur von Montag bis Freitag geöffnet ist. Wir machten daher nur einen kurzen Fotostopp und hielten an der Tankstelle gegenüber.



Unser nächstes Ziel war das Glenfinnan Viaduct, einer der bekanntesten Fotospots in den Highlands. Parken lässt sich bequem beim Visitor Center. Von dort führt ein kurzer Weg einen Hügel hinauf, von dem aus man einen schönen Blick auf den Loch Shiel und das Viaduct hat. Den klassischen Panoramablick erhält man jedoch erst nach einem etwa 15-minütigen Fußweg zum Glenfinnan Viaduct Viewpoint (West).

Nach dem Besuch fuhren wir zu unserem Hotel in Fort William und erkundeten anschließend das nahegelegene Stadtzentrum zu Fuß. Die High Street lädt mit Geschäften, Cafés und Restaurants zum Bummeln ein. Für den Abend empfehlen wir einen Drink im The Great Glen (JD Wetherspoon) und anschließend ein Abendessen in The Pizzeria.
Unterkunft: The Garrison Hotel, Fort William*



Tag 4: Glencoe & Loch Lomond
Der letzte Tag unseres Roadtrips und der mit dem vielleicht eindrucksvollsten Highlight. Unser Rückflug ging erst spätabends, sodass wir noch ausreichend Zeit für weitere Stopps hatten. Die reine Fahrzeit von Fort William zum Edinburgh Airport beträgt ohne Umwege rund drei Stunden.
Unweit von Fort William liegt Glencoe. Für mich das absolute Highlight des gesamten Trips und der Inbegriff der schottischen Highlands. Entlang der Straße gibt es mehrere Parkplätze, die sich hervorragend für Fotos eignen. Besonders empfehlen kann ich den Three Sisters Viewpoint sowie den Parkplatz beim Wee White House, von dem aus sich spektakuläre Ausblicke auf das Tal bieten.



Auf dem Rückweg zum Flughafen machten wir einen kleinen Umweg nach Luss am Loch Lomond. Dort lohnen sich ein Besuch der Luss Distillery sowie ein Spaziergang zum Luss Pier, von dem aus man den See in Ruhe genießen kann.
Kurz vor dem Flughafen fuhren wir noch zur Glengoyne Distillery für einen Fotostopp und einen Blick in den Shop. Außerdem machten wir eine Führung in der Glenkinchie Distillery, die etwa 30 Minuten hinter dem Flughafen liegt – ein Umweg, der sich aber lohnt. Diese Brennerei ist die Heimat von Johnnie Walker in den Lowlands und neben Cardhu in Speyside bereits die zweite Destillerie der Marke, die ich besuchen konnte.
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Anschließend gaben wir unseren Mietwagen zurück und traten unseren Rückflug an. Nach vier Tagen voller beeindruckender Landschaften, spannender Destillerien und unvergesslicher Eindrücke aus den schottischen Highlands.



Fazit: Für wen lohnt sich dieser Schottland Roadtrip?
Dieser Roadtrip durch die Highlands in Schottland eignet sich besonders für alle, die bekannte Whisky-Destillerien mit beeindruckenden Landschaften und der schottischen Natur verbinden möchten. Wer kein Problem damit hat, einige Stunden im Auto zu verbringen, wird auf dieser Route voll auf seine Kosten kommen. Wer weniger fahren möchte, kann einzelne Abschnitte kürzen oder auf andere Regionen ausweichen.
Wenn du mehr als vier Tage Zeit hast, lässt sich die Route wunderbar ausdehnen. Du kannst etwa den Cairngorms Nationalpark und die Whiskyregion Speyside einplanen. Alternativ bietet sich auch an, die NC500 im Norden vollständig zu fahren oder die Isle of Skye in die Route aufzunehmen. So wird dein Schottland Roadtrip noch abwechslungsreicher und unvergesslicher.
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